Raku-BrandRauchzeichen am Künstlerhof Lavesum
………nichts Bedrohliches, sondern die Premiere des ersten Rakubrandes.

Raku ist der Name einer alten Niedrigbrand-Technik von Keramik, die in Japan schon im Jahr 1580 n.Chr. entwickelt wurde, um die zeremoniellen Teeschalen zu gestalten.

Seit ca. 1,5 Jahren besteht nun die freie Töpfergruppe unter der Leitung von Dr. Bernd Hessner am Künstlerhof. Mit der traditionellen Aufbautechnik haben wir schon mit verschiedenen Ton- und Glasur-Arten experimentiert. Durch Eva hatten wir nun auch die Möglichkeit uns mit dem Holzbrand zu beschäftigen. Vor einiger Zeit haben wir ihren Raku-Ofen auf dem Gelände des Hofes aufgebaut.

In den nächsten Wochen waren wir fleißig damit beschäftigt, Keramiken aus Ton mit einem höheren Schamott Anteil zu gestalten. Nachdem sie dann im Elektro-Ofen gebrannt wurden, haben wir sie dann mit den speziellen Glasuren für den Niedrigbrand „betüpfelt“.

Am Morgen des 11.08.2018 war es dann endlich soweit. Das notwendige Holz, Metallgefäße mit einer Späne Füllung, Eimer mit Wasser, alles stand bereit, als die ersten Werkstücke in den Ofen gestellt wurden. Dann wurde er verschlossen und angezündet, auf eine Temperatur 850°- 950° C hochgeheizt und diese Temperatur dann ca. 20 Minuten durch fleißiges einheizen gehalten.

Nun wurde es spannend. Der Ofen wurde geöffnet, die glühend heißen Objekte mit einer speziellen Zange herausgenommen und zuerst in der Späne versenkt und abgelöscht, kurze Zeit später wieder herausgefischt , dann mit Wasser abgekühlt und sauber gebürstet.

So wurde nach und nach jede Keramik gebrannt und zur Freude aller kamen die metallisch schimmernden Glasuren zum Vorschein und es gab sogar die Möglichkeit , noch einmal die Glasur aufzutragen und ein zweites Mal zu brennen, bis das Ergebnis stimmte.

Für das leibliche Wohl sorgte Gabi mit einem vegetarischen Eintopf aus dem Gusstopf, der natürlich standesgemäß ebenfalls auf Feuer zubereitet wurde.

Wir hatten bei dieser Aktion sehr viel Spaß und konnten schon einige Erfahrungen sammeln, so dass wir schon heiß auf den nächsten Rakubrand sind.
Mechthild Noch